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Dörfer & Fotografie

Manarola: die Treppen — und der Fotospot, für den fast alle herkommen

Manarola ist das meistfotografierte der fünf Dörfer, und es ist steil: Häuser stapeln sich die Schlucht hinauf, verbunden von Treppen statt Straßen. Genau daraus entsteht der berühmte Blick. Wo die Stufen hinaufführen, wo Sie das Motiv finden — und die zehn Treppenstufen, die es Ihnen ohne Gedränge liefern.

Von der Redaktion Stand: Lesezeit: 4 Minuten
Manarola zur blauen Stunde: die farbigen Turmhäuser stapeln sich über der Bootsrampe die Steilküste hinauf, die Fenster leuchten warm
Manarola zur blauen Stunde — das Motiv, für das sich der Aussichtspunkt oberhalb der Bootsrampe füllt.

Die Treppen: worauf Sie sich einstellen

Manarola stapelt sich die Schlucht hinauf, weil ebener Boden hier von jeher Mangelware war. Was das Dorf so fotogen macht, spürt man beim Gehen sofort in den Beinen: Zwischen Bootsrampe, Kirche San Lorenzo und den höher gelegenen Gassen liegen fast überall Treppen — oft schmal, oft steil, meist ohne Aufzug. „Zur Unterkunft laufen“ heißt hier fast immer „Treppen steigen“, und einen Rollkoffer bekommt man diese Stufen nur mit Mühe hinauf.

Wer das weiß, plant entspannter: möglichst kompaktes, tragbares Gepäck, festes Schuhwerk statt glatter Sohlen, und für die Ankunft ruhig etwas mehr Zeit. Der Lohn für jede Stufe ist der Blick, der sich mit der Höhe öffnet — genau darum lohnt sich das Steigen.

Gepäck

Halten Sie Ihr Gepäck von Anfang an kompakt. In Manarola gibt es keine Vorfahrt bis vor die Tür — der Weg vom Bahnhof zur Unterkunft führt über Kopfsteinpflaster und Treppen, oft ohne jede Möglichkeit, einen Koffer bequem zu ziehen. Ein 23-kg-Rollkoffer wird hier schnell zur echten Herausforderung.

Der berühmte Fotospot am Punta Bonfiglio

Manarola hat, genau genommen, gar keinen Hafen im klassischen Sinn — nur eine schmale, in den Fels geschlagene Bootsrampe, an der Fischer ihre Boote noch heute mit Seilwinden aus dem Wasser ziehen. Von den Klippen oberhalb davon stammt jedoch das Bild, das die meisten Menschen vor Augen haben, wenn sie an die Cinque Terre denken: die scheinbar übereinandergestapelten, in Ocker, Rosa und Rostrot getünchten Turmhäuser.

Der klassische Standort ist der Aussichtspunkt an der kleinen Landzunge Punta Bonfiglio, bei der Kapelle und dem Felsvorsprung oberhalb des Hafens. Sie erreichen ihn über die Treppen und den Fußweg, die vom Ortskern nach oben führen. Direkt bevor die Sonne im Meer verschwindet, geht durch die wartende Menge dort oben regelmäßig ein hörbares, andächtiges Raunen.

Belagerter Aussichtspunkt

Genau wegen dieses einen Motivs ist der kleine Aussichtspunkt zur Hauptreisezeit regelrecht belagert. Wer das Bild ohne Dutzende Selfie-Stangen im Vordergrund möchte, kommt vor 8 Uhr morgens oder nach 19 Uhr — und rechnet ruhig eine gute Stunde Vorlaufzeit ein, denn spätestens eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang ist der beste Platz meist schon vergeben.

Insider-Tipp: zehn Stufen höher

Steht am Aussichtspunkt bereits eine dichte Reihe Stative, steigen Sie einfach die Treppen weiter hinauf in die Weinberge, in denen der Sciacchetrà reift. Schon wenige Stufen höher findet sich zwischen den Rebstöcken eine unscheinbare Mauer mit fast demselben Blick — nur höher gelegen und oft völlig menschenleer. Diese zehn Stufen sind der ganze Unterschied zwischen Gedränge und Ruhe.

Weitere Perspektiven: Via dell'Amore, blaue Stunde, Weinberge

Von der Via dell'Amore. Auch von der Via dell'Amore aus, dem Küstenweg hinüber nach Riomaggiore, ergeben sich mit Blick zurück auf das Dorf hervorragende Perspektiven. Manarola ist der nördliche Ausgangspunkt dieses Wegs — der Zugang ist allerdings nur mit vorab gebuchtem Zeitfenster möglich.

Zur blauen Stunde. Bleiben Sie nach dem Sonnenuntergang noch ein paar Minuten oben, wenn sich der Aussichtspunkt rasch leert. Die Fenster der Turmhäuser gehen dann nacheinander an, fast wie ein zweiter, langsamerer Auftritt nach dem der Sonne — der schönste Moment des Abends, und der ruhigste.

Im Winter. Wer im Dezember oder Januar da ist, sollte den Hang oberhalb des Dorfes nicht verpassen: Dort erstrahlt das „Presepe di Manarola“, seit 2007 im Guinness-Buch der Rekorde als größte Lichterkrippe der Welt geführt — ein stimmungsvoller Kontrast zum sommerlichen Trubel.

Abseits des Fotospots

Lohnenswert ist auch ein Bummel durch die schmalen, steilen Gassen, in denen Wäscheleinen quer über die Straße gespannt sind und aus offenen Fenstern der Duft von Tomatensugo zieht. Unten an der Bootsrampe riecht es nach Salzwasser und Teer — eine andere Seite desselben Dorfes, die kaum jemand fotografiert.

Beste Tageszeit

Für den berühmten Blick ohne Gedränge gilt die einfache Faustregel: vor 8 Uhr oder nach 19 Uhr. Am frühen Morgen steht das Licht weich über dem Dorf und der Aussichtspunkt ist fast leer; am Abend liefert der Sonnenuntergang und die anschließende blaue Stunde das dramatischere Bild — dafür teilen Sie sich den Platz mit deutlich mehr Menschen. Für das Dorf selbst sollten Sie drei bis vier Stunden einplanen, plus den Sonnenuntergang am Aussichtspunkt.

Häufige Fragen

Wo ist der berühmte Fotospot in Manarola?

Am Aussichtspunkt oberhalb der Bootsrampe, an der kleinen Landzunge Punta Bonfiglio bei der Kapelle. Von dort stapeln sich die ockerfarbenen, rosa und rostroten Turmhäuser die Schlucht hinauf — das Motiv, das die meisten Menschen vor Augen haben, wenn sie an die Cinque Terre denken. Sie erreichen den Punkt über die Treppen und den Fußweg oberhalb des Hafens.

Wann fotografiert man Manarola ohne Menschenmassen?

Vor 8 Uhr morgens oder nach 19 Uhr. Zur Hauptreisezeit ist der Aussichtspunkt zum Sonnenuntergang regelrecht belagert; der beste Platz ist oft schon eine halbe Stunde vorher vergeben. Planen Sie rund eine Stunde Vorlaufzeit ein — oder steigen Sie die Treppen ein Stück weiter hinauf in die Weinberge.

Muss man in Manarola viele Treppen steigen?

Ja. Manarola stapelt sich die Schlucht hinauf, weil ebener Boden hier immer knapp war. Wer zur Unterkunft, zu den höher gelegenen Gassen oder zum Aussichtspunkt will, steigt fast immer Treppen — oft ohne Aufzug und ohne Möglichkeit, einen Rollkoffer bequem zu ziehen. Kompaktes Gepäck ist hier ein echter Vorteil.

Gibt es einen Fotospot ohne Gedränge?

Steigen Sie vom berühmten Aussichtspunkt die Treppen ein Stück weiter hinauf in die Weinberge, in denen der Sciacchetrà reift. Schon wenige Stufen höher findet sich zwischen den Rebstöcken fast derselbe Blick — nur höher gelegen und oft völlig menschenleer.